
Ein bekannter Overwatch 2-Streamer hat kürzlich auf das seiner Meinung nach dringendste Problem hingewiesen, das das Spiel plagt: einen erheblichen Balance-Fehler, der eine Identitätskrise im Heldendesign ausgelöst hat. Flats, eine führende Persönlichkeit unter den Overwatch-Entwicklern und ein regelmäßiger Top-500-Spieler, teilte seine Erkenntnisse zum aktuellen Stand des Spiels und betonte, warum Marvel Rivals Overwatch in der Landschaft der kompetitiven Helden-Shooter übertrifft.
Flats räumte zwar verschiedene kleinere Probleme bei Overwatch ein, hob jedoch ein tiefgreifendes Balanceproblem hervor, das den Kern des Spiels beeinträchtigt. Er beschrieb Overwatch als „gelöstes Spiel“ und ging auf den Übergang zu einem 5-gegen-5-Format ein. Er meinte, die Entwickler hätten der Balance der Helden zu viel Priorität eingeräumt, was letztendlich die Besonderheit vieler Charaktere verringerte und zu einem vereinheitlichten Spielerlebnis führte.
Der Rückgang der Heldenvielfalt in Overwatch
In seiner Analyse verwies Flats speziell auf die Rolle des Tanks und hob Charaktere wie Reinhardt, Orisa, Ramattra und Mauga hervor, die er als „Copy-Pastes desselben Helden“ ansah. Flats bemerkte: „Ich war [im ersten Overwatch] immer als der ‚Rein-Typ‘ bekannt. Und wissen Sie was? Rein ist in Overwatch 2 saulangweilig. Man hat die Heldenfantasie verloren, man hat damit alles verloren. Früher konnte man einen großen Splitter landen und ein ganzes Spiel gewinnen … jetzt wird man von einem Suzu, einer Lampe, ausgeschaltet …“
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Flats führte dies weiter aus und erklärte, dass sich viele Tank-Charaktere jetzt so anfühlen, als würden sie lediglich aus kurzer bis mittlerer Entfernung auf Ziele schießen oder als hochmobile Optionen wie Wrecking Ball, Doomfist oder Winston, die sich stark auf Störungen konzentrieren. Er betonte, dass sich sogar die Support-Rollen oft nicht voneinander unterscheiden, da sie Schadens- mit Heilrollen vermischen.
„Das Gleichgewicht wurde auf den Kopf gestellt, aber jetzt fühlt sich jeder Held auf seine Art gleich an“, erklärte Flats.„Die Einzigartigkeit jedes Helden, der dieses Spiel zum Leben erweckt hat, fühlt sich jetzt so entschärft an.“ Er meinte, dass die Rückkehr zu einem 6-gegen-6-Format das Spiel möglicherweise verbessern könnte, aber seine umfassendere Identitätskrise nicht lösen würde. Laut Flats ist die einzige Möglichkeit, dieses Problem anzugehen, eine umfassende Neuerfindung.
„Die großen Elefanten im Raum werden immer noch da sein“, warnte er.„6v6 wird dieses Spiel im Allgemeinen nicht retten.5v5, so wie es ist, mit besserer Balance, wird dieses Spiel nicht retten. Dieses Spiel steckt in einer Identitätskrise … also ist die Frage wohl, wie sich Overwatch neu erfindet.“

Overwatch hat in der Vergangenheit bedeutende Änderungen vorgenommen, beispielsweise neue Spielmodi und passive Heldenfähigkeiten. Das Feedback der Community lässt jedoch darauf schließen, dass das Entwicklungsteam häufig davor zurückschreckt, radikalere Anpassungen vorzunehmen, insbesondere in Bezug auf die Heldenbalance. Flats vermutet, dass diese Zurückhaltung auf die Angst vor Gegenreaktionen seitens der Spielerbasis zurückzuführen sein könnte.
„Sie gehen nicht das Risiko ein, neue Sachen zu machen oder neue Dinge zu erschaffen“, behauptete Flats.„Wir kommen zu vielen Leuten entgegen und versuchen, all diese Dinge zum Laufen zu bringen, aber es klappt nicht … und da liegt unser Problem mit der Identität des Spiels.“
Flats ist mit seiner Kritik nicht allein; viele Overwatch-Streamer haben bereits mit dem Wechsel zu Marvel Rivals begonnen und loben die innovativen Features wie die Team-Mechanik, die dem Genre neues Leben einhaucht.
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