Disney hat bei der Umsetzung seiner Zeichentrickklassiker in Realfilme einen weiteren schweren Rückschlag erlitten. Nach der verhaltenen Resonanz auf „ Arielle, die Meerjungfrau“ im letzten Jahr erntete die Neuinterpretation von „Schneewittchen“ nicht nur heftige Kritik, sondern gilt auch als Kassenflop – und das nicht unbedingt aus den Gründen, die viele vielleicht erwarten würden.

Disneys Schneewittchen-Realfilm floppt an den Kinokassen

Ursprünglich inspiriert von Disneys erstem abendfüllenden Animationsfilm, dem Klassiker „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ aus dem Jahr 1937, sollte die Verfilmung nostalgische Gefühle wecken. Stattdessen löste sie aufgrund der umstrittenen Überarbeitung der Handlung und der Interaktionen der Charaktere Empörung aus. Während die Wahl der Latina Rachel Zegler für die Rolle der Schneewittchens Debatten über Diversität und Repräsentation auslöste, konzentrierten sich die vorherrschenden Kritikpunkte von Zuschauern und Kritikern auf die unzusammenhängende Handlung und die unzureichende Integration zeitgenössischer Themen.

Ein Kassenflop, der „Arielle, die Meerjungfrau“ übertrifft

Bei seinem Debüt am 19. März sicherte sich „Schneewittchen“ Platz zwei der Kinocharts, fiel aber bald drastisch auf Platz vier zurück. Am sechsten Kinotag hatte der Film in Südkorea nur 130.000 Tickets verkauft – weniger als ein Drittel dessen, was „Arielle, die Meerjungfrau“ im gleichen Zeitraum erreichte, einem Film, der bereits als kommerzieller Reinfall galt.

die kleine Meerjungfrau
Disneys Schneewittchen-Realfilm floppt an den Kinokassen

Weltweit ist der Erfolg des Films weiterhin ernüchternd. In Nordamerika spielte er am Eröffnungswochenende 43 Millionen Dollar ein, weltweit waren es lediglich 87 Millionen Dollar. Angesichts des hohen Produktionsbudgets von 240 Millionen Dollar bezeichnen Branchenexperten, darunter auch Variety, „Schneewittchen“ als definitiven Flop an den Kinokassen, der seine Kosten wahrscheinlich nicht wieder einspielen wird.

Die Kritiker- und Publikumsresonanz war gleichermaßen enttäuschend. Am 25. März erreichte der Film lediglich 43 % auf Rotten Tomatoes und eine erschreckend niedrige Bewertung von 1, 9 von 10 Punkten auf IMDb – und ist damit die Disney-Verfilmung mit der bisher schlechtesten Bewertung.

Eine Erzählung, die das Original ohne Zusammenhalt untergräbt

Vor seinem Kinostart wurde der Film wegen seiner Besetzungswahl kritisiert – insbesondere wegen Zeglers Rolle als Schneewittchen, die traditionell mit „schneeweißer Haut“ dargestellt wird. Dies führte zu Vorwürfen gegen Disney, er bediene sich der politischen Korrektheit.

Disneys Schneewittchen-Realfilm floppt an den Kinokassen

Nach der Veröffentlichung rückten die erzählerischen Probleme jedoch in den Mittelpunkt. Viele Zuschauer äußerten sich verwirrt und unzufrieden über die Kohärenz der Handlung. Wesentliche erzählerische Änderungen, die das ursprüngliche Märchen zugunsten aktueller gesellschaftlicher Themen zu zerlegen schienen, kamen beim Publikum nicht gut an und lösten erhebliche Frustration aus.

Zu den wichtigsten Kritikpunkten an der Handlung des Films zählen:

  • Eine narzisstische Königin, die es nicht wegen ihres Aussehens auf Schneewittchen abgesehen hat, sondern wegen ihrer vermeintlichen „inneren Güte“.
  • Ein romantischer Handlungsbogen, in dem eher ein Banditenführer als der klassische Prinzen-Archetyp involviert ist.
  • Schneewittchen wird als Aktivistin dargestellt, die sich an der Seite des einfachen Volkes gegen die Autorität auflehnt.

Viele waren der Meinung, dass diese Änderungen schlecht umgesetzt und emotional nicht ansprechend waren.

Die internationalen Reaktionen spiegelten ähnliche Gefühle wider:

  • Die Times UK kommentierte: „Dieser einst verehrte Unterhaltungsgigant scheint nun sein eigenes Erbe zu verabscheuen.“
  • Die New York Post beklagte, dass „aus einem zeitlosen Klassiker eine bedeutungslose, unbeholfene Realverfilmung gemacht wurde“.
  • Der Independent warf dem Studio vor, es habe „nur das absolute Minimum geleistet und gehofft, niemand würde den Mangel an Substanz hinter den niedlichen CGI-Tieren bemerken.“
  • Die BBC kritisierte die Erzählung als „chaotisch und unordentlich“.
Disneys Schneewittchen-Realfilm floppt an den Kinokassen

Disney setzt seinen Trend fort, Zeichentrickklassiker als Realfilme neu zu interpretieren. Die Kritik an „Schneewittchen“ ist eine wichtige Lektion. Zwar ist das Engagement für Vielfalt in der Besetzung lobenswert, doch Fans und Kritiker fordern mehr als nur oberflächliche Änderungen – sie verlangen eine bedeutungsvolle Erzählung, die den ursprünglichen Geist würdigt und gleichzeitig für das heutige Publikum durchdacht adaptiert wird.

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