Vor dem Kinostart ihres neuen Films „Christy“ galt Sydney Sweeney bereits als aussichtsreiche Oscar-Kandidatin. Die öffentliche Meinung um sie hat sich jedoch seither deutlich gewandelt, insbesondere durch Gerüchte, ihr PR-Team habe versucht, die Erwartungen an den Film zu dämpfen und ihn als „Flop“ zu bezeichnen.
Ungeachtet der öffentlichen Meinung lässt sich Sweeneys außergewöhnliches Talent, Aufmerksamkeit zu erregen, nicht leugnen. Anfang des Jahres sorgte sie mit einer ungewöhnlichen Marketingstrategie für Schlagzeilen: Sie verkaufte ihr gebrauchtes Badewasser als Teil einer limitierten Seifenkollektion in Zusammenarbeit mit Dr. Squatch. Daraufhin sah sie sich heftiger Kritik ausgesetzt, da ihre Beteiligung an einer Werbekampagne von American Eagle als „faschistische Propaganda“ bezeichnet wurde. Verschärft wurde die Kontroverse durch ihre Äußerungen in einem GQ- Interview.
Sweeney steht nun erneut im Rampenlicht für ihre Rolle als Christy Martin in einer Filmbiografie über das Leben der ehemaligen Profiboxerin. Obwohl die Reaktionen gemischt ausfielen, wird der Erfolg des Films an den Kinokassen nun eingehend untersucht.*Hinweis: Dieser Artikel enthält Themen, die für ein erwachsenes Publikum bestimmt sind.*
Untersuchung des „Flop“-Labels

Die Kriterien für den Erfolg oder Misserfolg eines Films können mitunter uneindeutig sein, und ob „Christy“ als Flop gilt, hängt von bestimmten finanziellen Kennzahlen ab.Üblicherweise wird ein Film als Flop bezeichnet, wenn er seine Kosten – einschließlich Produktion, Marketing und Vertrieb – nicht deckt.
Um das Ganze in Relation zu setzen: Bislang hat „Christy“ nach seinem Kinostart in über 2.000 Kinos in den USA 1, 3 Millionen Dollar eingespielt. Die Schätzungen zum Produktionsbudget variieren und liegen zwischen 15 und 40 Millionen Dollar, eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus.
Generell gilt, dass Filme etwa das 2, 5-Fache ihres Produktionsbudgets einspielen müssen, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Darin sind zusätzliche Kosten wie Marketing, Kinogebühren, Lizenzgebühren für Merchandising-Artikel und Steuern enthalten. Nach dieser Formel müsste „Christy“ rund 17, 5 Millionen Dollar einspielen, um allein die Kosten zu decken und Gewinn zu erzielen.
Die Einspielergebnisse allein erzählen jedoch nicht die ganze Geschichte. Die Publikumsreaktion war ausgesprochen positiv; trotz einer mittelmäßigen Kritikerwertung von 67 % auf Rotten Tomatoes erhielt der Film von den Zuschauern beeindruckende 97 %.IndieWire weist zudem darauf hin, dass Twitter-Analysen, die nahelegen, dass „Christy“ eines der schlechtesten Startwochenenden aller Zeiten hingelegt hat, möglicherweise den Kontext außer Acht lassen. Paul Dergarabedian, leitender Analyst bei Comscore, erklärte: „Die Zahlen könnten selektiv ausgewählt wirken. An welchem Datum startete der Film? Welche Konkurrenz gab es?“
Für viele künstlerische Filme sind die Einspielergebnisse nicht der alleinige Maßstab für Erfolg. Sweeney wandte sich auf Instagram an ihre Follower, bedankte sich bei allen, die den Film unterstützt hatten, und betonte dessen potenziellen Einfluss auf das Leben von Frauen. Sie erklärte: „Wenn Christy auch nur einer Frau den Mut gegeben hat, den ersten Schritt in Richtung Sicherheit zu wagen, dann haben wir unser Ziel erreicht. Ich bin stolz. Denn wir machen Kunst nicht immer nur für die Zahlen; wir machen sie, um etwas zu bewirken. Und Christy war das wirkungsvollste Projekt meines Lebens.“
PR-Herausforderungen für Sydney Sweeney
Das PR-Drama eskalierte am 10. November, als Eric Italiano, ein Autor für Brobible, enthüllte, dass er eine Nachricht erhalten hatte, in der er aufgefordert wurde, eine Schlagzeile über Christy so zu ändern, dass die günstigen Einschaltquoten hervorgehoben würden.
Habe heute diese PR-E-Mail bekommen, sowas habe ich noch nie erlebt – ihrem Team geht es richtig schlecht.https://t.co/KuLKNa0BWg pic.twitter.com/IT1O07ITS4
In der E-Mail wurde um eine Änderung der Überschrift gebeten, um darauf hinzuweisen, dass die Einspielergebnisse zwar niedrig seien, aber „das Publikum gesprochen“ habe, und verwies auf eine hohe Bewertung auf der Popcorn-Skala. Italiano kommentierte: „So etwas habe ich noch nie erlebt – ihr Team ist wirklich am Boden.“
Der Filmemacher Brian Long teilte kurz darauf eine ähnliche Korrespondenz und reagierte damit auf einen Tweet, in dem behauptet wurde, dass Christy einen der schlechtesten Kinostarts der Geschichte für Filme hingelegt habe, die in über 2000 Kinos gezeigt wurden.
Sydney Sweeney hat also tatsächlich PR-Berater, aber die sind nur daran interessiert, die schlechten Einspielergebnisse schönzureden, anstatt die eigentliche Ursache des Problems zu beheben, nämlich die vielen PR-Fehler ihres Klienten? Unklug.
Dies löste eine rege Online-Diskussion aus, in der einige die Situation verspotteten, während andere Sweeney und ihren Film verteidigten. Kritiker der PR-Strategie merkten an, dass der bloße Versuch, die Wahrnehmung der Einspielergebnisse zu steuern, die zugrundeliegenden Probleme, die ihr öffentliches Image belasten, möglicherweise nicht lösen werde.

In den sozialen Medien wurden unterschiedliche Meinungen laut; einige betonten die Notwendigkeit differenzierter Kritik, während andere darauf hinwiesen, dass Filme wie Fight Club und Office Space, die anfangs floppten, später zu Kultklassikern wurden. Dies unterstreicht die Tatsache, dass der Erfolg an den Kinokassen nicht der alleinige Maßstab für den langfristigen Wert eines Films ist.
Schreibe einen Kommentar